Wie schön, dass ihr da seid!

Wer ich bin

Ich bin Maria und wohne mit meinem Partner und unseren zwei Kindern in Potsdam-West. Nach Berlin komme ich aber auch immer gerne. Die Fotografie begleitet mich schon seit ich denken kann. Zunächst bin ich jahrelang mit meiner analogen Minolta X-300 durch die Gegend gezogen, bin viel gereist und habe diese Reisen und die Menschen, die ich treffen durfte, unfassbar gern dokumentiert. Diese Bilder könnt ihr übrigens noch gaaaanz unten auf meinem Instagram-Kanal anschauen. Was ich an der analogen Zeit unter anderem mochte – und ich glaube, das sagen nicht viele Fotograf:innen – war das Beschränken auf 36 Motive. Das bewusste Auswählen und Priorisieren der Dinge, die man fotografiert. Davon bin ich nach wie vor beeinflusst. Serienaufnahmen sind nicht so meins. Menschen waren schon immer meine liebsten Motive. Idealerweise, wenn sie sich unbeobachtet fühlen und ein Bild eine ganze Geschichte erzählt. Das ist bei Kindern sehr oft von ganz alleine der Fall. Vermutlich habe ich sie deshalb so gern vor der Kamera.

Vor einigen Jahren hätte ich den Satz „wenn ich nicht gerade fotografiere oder für meinen Hauptjob in der politischen Bildung arbeite..“ beendet mit „gehe ich gern ins Kino, mache Sport, stöbere auf Flohmärkten nach alten Schätzen oder spiele Gitarre“, aber mit meinem Hauptjob, meiner Selbstständigkeit und meinen beiden Kindern bin ich ganz gut ausgelastet. Wenn dann noch etwas Zeit bleibt, treffe ich meine Freund:innen auf ein Glas Wein und freue mich sehr über diese Abende der Unbeschwertheit.

Wie ich arbeite

In der Regel fotografiere ich dokumentarisch. Das bedeutet, ich begleite euch in eurem Alltag und fotografiere euch so ungestellt wie möglich. Kuscheln, Wickeln, Essen, Vorlesen – egal was, ich bin dabei! Am Ende der Zeit mit mir habt ihr fotografische Erinnerungen an euer echtes Familienleben, euer alltägliches Miteinander. Manchmal gebe ich ein paar Anweisungen, um euch zum Beispiel ins rechte Licht zu rücken. Aber im Idealfall bekommt ihr gar nicht mit, dass ich da bin. A propos Licht: hier mag ich es, wie bei den Fotos auch, am liebsten natürlich. Wir fotografieren immer zu einer Tageszeit, zu der es an sich genug Tageslicht gibt. Ist eure Wohnung sehr dunkel oder ist es draußen bewölkt, rücken wir einfach ein wenig ans Fenster.

Ich mag das Unperfekte. Das Wabi-Sabi. Das Zwischendurch und das Mittendrin. Ich mag Momente, die euch so festhalten, wie ihr seid. Wie ihr miteinander seid. Und das ist nicht immer glatt und clean, sondern auch mal rau und wild und wuselig. Und das darf es auch sein. Ich halte euren Alltag so fest, wie er nun einmal aussieht. Denn diese Fotos sind genau die Bilder, die in 20 Jahren beim Blick ins Fotoalbum die Zeit zurückdrehen und euch wieder fühlen und nachempfinden lassen, wie das so war, damals, ganz kurz nach Geburt, oder als die Kinder klein waren oder als ihr schwanger wart.

Warum ich fotografiere

Da gibt es wirklich viele Gründe. Zunächst einmal, weil die Fotografie eine große Leidenschaft von mir ist. Fotografie setzt Energien in mir frei, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Wenn ich fotografiere, bin ich wirklich in einer anderen Welt und vergesse Zeit und Raum komplett. Das ist auch der Grund, warum ein Shooting bei mir oft ein paar Minuten länger dauert, als vereinbart …

Ich gestalte extrem gern Fotoalben für meine Familie. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie selten ich auf den Bildern zu sehen bin. Und damit bin ich nicht alleine. Mütter fühlen sich oft dafür verantwortlich, das Familienleben zu dokumentieren, und am Ende des Jahres gibt es einen Haufen Fotos von allen, nur die Mama fehlt. Und in 20 Jahren gucken sich unsere Kinder dann die Fotobücher an und fragen: „Und wo warst du, Mama?“. Den Gedanken finde ich ziemlich traurig – das soll so nicht bleiben!

Seit ich Mutter bin, beschäftigen mich einige Themen nochmal stärker. Dazu zählen zum Beispiel Vergänglichkeit, die verschiedenen Aspekte von Mutterschaft und die Sichtbarkeit von Care-Arbeit. Die Fotografie hilft mir zum Einen, mich mit diesen Themen künstlerisch auseinander zu setzen, und zum Anderen die Realität als eine Art Zeitchronik abzubilden. Um den Ist-Zustand sichtbar und konservierbar zu machen. Und das würde ich unglaublich gerne auch für Euch tun.

Wollt ihr auch?